Über den ehrwürdigen Kasian (Einleitung)
Unser ehrwürdiger Vater Johannes Cassianus der Römer lebte zur Zeit der Herrschaft Theodosius’ des Jüngeren, im Jahre 433 nach der Geburt Christi. Von den Reden, die er mit großer Mühe verfasst hat, haben wir hier jene über die acht Gedanken und über die Unterscheidung aufgenommen, denn aus ihnen strömt allerlei Gnade. Auch der ehrwürdige Photios erwähnt sie in seiner 197. Lesung, auf den Seiten 265 und 266. Er sagt ferner, dass die zweite Rede des ehrwürdigen Cassian von den acht Gedanken handelt: Völlerei, Unzucht, Habsucht, Zorn, Traurigkeit und Überdruss, Eitelkeit und Hochmut. Diese Reden sind überaus nützlich für alle, die sich einem mühevollen asketischen Leben widmen möchten.
Eine dritte Rede, die wir zusammen mit diesen gelesen haben, lehrt, was Unterscheidung ist, dass sie größer ist als die übrigen Tugenden, woher sie kommt und dass sie eine Gabe ist, die oftmals von oben herabkommt, und anderes mehr. Das Gedächtnis dieses ehrwürdigen Vaters begeht die Kirche am 29. Februar und ehrt und preist ihn.